Search
Close this search box.

Brutalismus

Der Brutalismus zeichnet sich durch den weitverbreiteten Einsatz von Sichtbeton aus, der ohne Verkleidung oder Verputz verwendet wird, um die Struktur des Gebäudes unverhüllt darzustellen. Das Hauptmerkmal des Brutalismus ist also die Betonästhetik, die sowohl ästhetisch ansprechend als auch funktional ist.

Inhalt

Brutalismus

Der Brutalismus ist ein architektonischer Stil, der in den 1950er Jahren  entstand und in den 1960er und 1970er Jahren seinen Höhepunkt  erreichte. Der Begriff  “Brutalismus” leitet sich vom französischen Wort “béton brut” ab, was so  viel bedeutet wie “roher Beton”.
 Der Stil ist bekannt  für seine markanten, oft groben und massiven Betonstrukturen.
 Er zeichnet sich durch den weitverbreiteten Einsatz von  Sichtbeton aus, der ohne Verkleidung oder Verputz verwendet wird, um die  Struktur des Gebäudes unverhüllt darzustellen.

Das Hauptmerkmal des  Brutalismus ist also die Betonästhetik, die sowohl ästhetisch  ansprechend als auch funktional ist. Der Brutalismus entstand als Reaktion auf den Internationalen Stil und  die Vorstellung, dass moderne Architektur zu steril und seelenlos  geworden war. Die Architekten des Brutalismus strebten eine ehrliche und authentische  Gestaltung an, bei der die Materialien in ihrer natürlichen Form gezeigt  wurden, ohne Verschleierung oder Verzierung. 

Die  Architekten des Brutalismus betonten die Funktionalität und legten Wert  auf klare Linien und geometrische Formen. Sie wollten keine versteckten Strukturen  oder Oberflächen, sondern zeigten die wahre Natur des Materials,  insbesondere Beton. Der Stil wurde oft in öffentlichen Gebäuden wie  Universitäten, Regierungsgebäuden, Bibliotheken, Konzerthallen und  Wohnkomplexen verwendet. Typische Merkmale des Brutalismus sind massive, monumentale Formen mit  klaren geometrischen Linien, klobige Proportionen und repetitive Muster. 

Die Strukturen haben oft eine rohe und raue Oberfläche, da der Beton  nicht verkleidet oder verputzt wird.
 Große Betonblöcke, Stützen und Balken werden häufig in der Gestaltung  verwendet, um die strukturelle Integrität des Gebäudes hervorzuheben. Die Gebäude wirken oft schwer und  massiv. Ein weiteres charakteristisches Merkmal des Brutalismus ist die Betonung  der Funktion und des sozialen Zwecks eines Gebäudes. Viele  Brutalistische Bauten waren öffentliche Einrichtungen wie Universitäten,  Regierungsgebäude, Bibliotheken oder Wohnkomplexe.

Diese Gebäude  sollten nicht nur ihren Zweck erfüllen, sondern auch ein Gefühl der  Gemeinschaft und Solidarität vermitteln. Der Brutalismus war jedoch auch ein umstrittener Stil. Seine monumentale  Präsenz und seine oft eintönige Ästhetik wurden von einigen als kalt  und bedrückend empfunden. Kritiker bemängelten auch, dass brutalistische  Gebäude oft nicht gut in ihre Umgebung integriert waren und das  städtische Erscheinungsbild beeinträchtigten. Obwohl der Brutalismus oft mit massiven Betonstrukturen assoziiert wird, wurden auch andere Materialien in diesem architektonischen Stil verwendet.

Während Beton die Hauptrolle spielte, wurden in einigen Brutalismus-Gebäuden auch andere Materialien wie Glas, Stahl, Holz oder sogar Ziegelsteine eingesetzt, um verschiedene Effekte zu erzielen und den Ausdruck des Stils zu erweitern. Ein Beispiel dafür ist das Barbican Estate in London, das oft als eines der bekanntesten Brutalismus-Ensembles gilt.

Obwohl es hauptsächlich aus Beton besteht, wurden auch Ziegelsteine in einigen Teilen der Konstruktion verwendet, um Textur und visuelles Interesse hinzuzufügen. Diese Verwendung von verschiedenen Materialien zeigt, dass der Brutalismus nicht strikt auf Beton beschränkt war, sondern Raum für experimentelle Gestaltung bot, bei der andere Materialien mit einbezogen werden konnten. Dies verdeutlicht die Vielseitigkeit des Stils und die kreative Herangehensweise der Architekten, die den Brutalismus praktizierten. Obwohl der Brutalismus in den 1970er Jahren an Popularität verlor und  von Kritikern oft als kalt, unpersönlich und zu massiv angesehen wurde.

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden!
Facebook
Twitter
WhatsApp